Vor dem Räderwechsel Auto waschen

Dreck auf den Felgen frisst sich fest

Aus gutem Grund wechseln die deutschen Fahrzeughalter zweimal jährlich ihre Reifen. Bald ist es wieder soweit, denn die kalten Monate kündigen sich an. Wer dann schmutzige Felgen einlagert, tut sich keinen Gefallen. Eine Autowäsche vor dem Reifenwechsel ist eine kluge Investition.

„Viele Kunden geben richtig Geld für schicke Felgen aus, kommen aber gar nicht auf die Idee sie vor der Einlagerung zu säubern“, weiß Joachim Jäckel. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland e. V. betreibt im Raum Düsseldorf einen großen Waschpark. „In den Monaten der Einlagerung frisst sich dann die Schmutzschicht auf den Felgen richtig in das Aluminium ein. Ein halbes Jahr später kriegen wir das kaum noch sauber. Und wer Pech hat, hat die Oberfläche seiner Felgen komplett ruiniert.“

Felgen ziehen Schmutz magisch an

Schon im Verlauf von wenigen Wochen im Fahrbetrieb ist eine Felge mit einer Schmutzschicht überzogen. Die hat je nach Jahreszeit eine unterschiedliche Zusammensetzung.

Sommer: Neben dem üblichen Schmutz, wie er sich auf Lack und Scheiben ablagert, sind die Felgen noch einer besonderen Attacke ausgesetzt. Beim Bremsen entsteht eine Art Funkenflug, je besser die Bremsanlage, desto intensiver. „Das ist wie der Flug von Spänen an einer Drehbank“, erläutert Jäckel. „Diese Sprühfunken brennen sich auf der Felge ein wie ein Tattoo. Je länger diese Substanzen dann am Aluminium haften, desto tiefer die Spuren an der Oberfläche.“

Winter: Auch in der kalten Jahreszeit hinterlässt der Abrieb der Bremsbeläge seine Spuren. Zusätzlich haftet im Frühjahr an den Felgen eine Streusalzkruste. Hinzu kommen Reste jener Chemikalien, die der auf den Fernstraßen versprühten Salzsole beigemischt werden, vor allem Magnesium- und Calciumchlorid. „In Summe ist das ein Cocktail, gegen den auch die beste Felge auf Dauer nicht ankommt“, fasst Jäckel aus langer Erfahrung zusammen.

Ob Bremsbelag-Abrieb aus dem Sommer oder die Salzfracht des Winters, wer die abmontierten Räder einfach beiseite stellt, lädt die aggressiven Substanzen dazu ein ihre Attacke in aller Ruhe fortzusetzen. Wenn die Felgen dann Monate später neu montiert sind, reicht eine einfache Standardwäsche nicht aus, um sie wieder ansehnlich zu machen.

„Das ist dann häufig ein Grund für Reklamationen“, sagt BTG-Geschäftsführerin Sigrid Pook. „Dabei kann der Betreiber der Waschanlage gar nichts dafür. Der Fahrzeughalter selbst hat die erschwerten Bedingungen geschaffen. Jetzt kommt man allenfalls mit einer gezielten und ausdauernden manuellen Reinigung weiter – und oftmals nicht mal das. Dann ist die Enttäuschung groß. Denn wer mit schicken Felgen fährt, der legt ja besonderen Wert auf das Aussehen seines Fahrzeugs.“

Erst waschen, dann wechseln

Dabei wäre alles so einfach: Mit Blick auf die ab Oktober anlaufende Umrüstzeit von Sommer- auf Winterreifen weist der Fachverband alle Autobesitzer, die Wert auf den „Look“ ihrer Felgen legen, darauf hin, wie leicht man hier vorbeugen kann.
„Fahren Sie unmittelbar vor dem Räderwechsel die Waschanlage an“, rät Joachim Jäckel. „Die meisten Waschstraßen haben heute Bürsten integriert, welche die Räder automatisch mit waschen. Damit ist der meiste Schmutz dann entfernt. Auch Portalanlagen sind oft mit solchen Bürsten ausgestattet und in der SB-Anlage kann man sich die Felgen mit dem Hochdruckreiniger ja selbst vornehmen. Mit wenigen Euro ist dann das Problem gelöst. Wenn man bedenkt, was neue Felgen kosten, rechnet sich das allemal. So gibt es beim nächsten Reifenwechsel keine bösen Überraschungen.“

Ohnehin sei es gut, im Frühherbst das Auto noch einmal von seiner „Sommerlast“ zu befreien, unterstreicht Sigrid Pook: „Nach den Sommermonaten ist der Lack mit unzähligen toten Insekten behaftet, und über dem Ganzen liegt eine dünne Schicht Baumharz. War man im Urlaub am Meer, kommt noch ein feiner Salzfilm hinzu. Diese an sich natürlichen Substanzen tun der Autohaut nicht gut. Die herbstliche Wäsche lohnt sich also allemal. Wer sich dabei eine Konservierung gönnt, macht die Autohaut winterbeständig und schützt die einzulagernden Felgen gleich mit.“